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Hilfe bei NERVENschmerzen

Schmerzzentrum Kassel l Polyneuropathie l Unruhige Beine/RLS l Vitaminmangel l Gürtelrose l CRPS – Morbus Sudeck l Phantomschmerz l Rückenschmerzen l Zentraler Nervenschmerz

Schmerzzentrum Kassel

Aufgabe der Nerven ist die Informationsweiterleitung zum Gehirn. Die Schädigung eines Nervs führt zur einer Störung dieses Informationsflusses. In Folge sendet der Nerv in hoher Frequenz Störimpulse an das Gehirn, die dort als Schmerz wahrgenommen werden. Man spricht von einem neuropathischen oder Nervenschmerz. Sie können Nervenschmerzen daran erkennen, dass sie sich nicht etwa dumpf-drückend, sondern vielmehr brennend, kribbelnd oder elektrisierend anfühlen. Oft sind die Schmerzen in Ruhe, bei Wärme und in der Nacht stärker, manchmal ist eine Schmerzauslösung durch leichte Berührung der Haut möglich.

Zunächst steht eine sorgfältige Untersuchung bei einem Schmerztherapeuten an. Manchmal reicht die Einnahme von Vitaminen oder eine bessere Zuckereinstellung. Vielleicht helfen auch die äußerliche Anwendung mit Eis, Elektrostimulation (TENS) oder hochdosiertem Chiliextrakt. In vielen Fällen muß aber auf Medikamente zurückgegriffen werden, die auch bei anderen Nervenleiden helfen, z.B. Epilepsie oder Depressionen.

Wenn auch das allein nicht hilft, ist nach den ärztlichen Leitlinien oft eine stationäre multimodale Schmerztherapie notwendig, in der ärztliche Verfahren mit intensiver Physiotherapie und psychologischer Schmerztherapie kombiniert werden und so alle körperlichen und seelischen Einschränkungen berücksichtigen. Ein realistisches Therapieziel ist oft nicht die komplette Heilung, sondern eine Schmerzreduktion um 50-70%, eine Verbesserung der Schlafqualität und sowie der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und der sozialen Aktivitäten.  

Polyneuropathie

Nervenschäden sind eine typische Folge der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Oft sind zuerst mehrere Beinnerven geschädigt, später können auch die Arme betroffen sein, man spricht dann von einer Polyneuropathie. Im Vordergrund steht eine Optimierung der Zuckereinstellung. Ein hoher Alkoholkonsum kann ähnliche Schäden verursachen. Durch Medikamente kann der Schmerz meist gut gelindert werden, Taubheitsgefühle und Gangunsicherheit bleiben jedoch.

Unruhige Beine/RLS

Beim Restless-legs-Syndrom stehen unangenehme Mißempfindungen in den Beinen, verbunden mit einem starken Bewegungsdrang, im Vordergrund. Die Beschwerden treten vor allem auf, wenn man abends zur Ruhe kommt. Oft wird die Krankheit erst nach Jahren korrekt erkannt. Der Arzt verschreibt dann Medikamente, die auch bei der Parkinson´schen Krankheit helfen. Manche Medikamente können die Beschwerden verstärken, ebenso ein Eisenmangel oder eine Nierenfunktionsstörung.

Vitaminmangel

Vor allem Mangel an Vitamin B12 führt oft zu einer Nervenschädigung, die sich in Schmerzen, aber auch z.B. in Depressionen und Vergeßlichkeit äußert. Wenn mehrere Nerven betroffen sind, spricht man von einer Polyneuropathie. Besonders betroffen sind Vegetarier und Patienten, die häufig Schmerzmittel einnehmen. Hier ist – nach Kontrolle des B12-Spiegels im Blut (und einiger anderer Laborwerte) – die zusätzliche Gabe notwendig. Ihr Arzt wird Ihnen das Vitamin entweder spritzen oder als Tablette verschreiben.

Gürtelrose

Nach einer Gürtelrose (Herpes Zoster) können die Schmerzen in einigen Fällen lange Zeit weiterbestehen, man spricht von einer Post-Zoster-Neuralgie. Wichtig ist die rasche antivirale Therapie, sobald die Gürtelrose auftritt, und dann eine rasche Schmerzmittelgabe. Wenn die Schmerzen nach einigen Wochen nicht besser werden, ist es sinnvoll, einen Schmerztherapeuten hinzuzuziehen.

CRPS – Morbus Sudeck

Die Abkürzung steht für „complex regional pain syndrom“, früher hieß die Erkrankung nach seinem Erstbeschreiber „Morbus Sudeck“

CRPS/M. Sudeck
CRPS/M. Sudeck der re. Hand nach einem Unfall

Hierbei handelt es sich um eine überschießende Schwellung, Rötung, Überwärmung nach einer Operation, meist am Fuß oder der Hand, bei der starke Bewegungs- und Ruheschmerzen auftreten. Hier ist ein rascher Termin ganz wichtig, da die Krankheit oft zu spät erkannt wird. Das Schmerzzentrum Kassel ist auf die Therapie des CRPS/Morbus Sudeck spezialisiert und betreut jedes Jahr ca. 300 Patienten mit dieser Krankheit. Behandelt wird sowohl mit Medikamenten, in der Akutphase auch oft Cortison, als auch mit Physiotherapie und Spiegeltherapie. Die Krankheit kann nämlich unbehandelt zum völligen Verlust der Funktion einer Hand oder eines Fusses führen. Ziel ist daher nicht nur eine Reduktion der Schmerzen sondern auch eine möglichst rasche Wiederherstellung der Funktion, was in etwa 90% der Fälle gut gelingt.

Infovideo zum Thema Morbus Sudeck
Infovideo zum Thema Morbus Sudeck

Phantomschmerz

Nervenschmerzen treten auch nach Operationen oder Unfällen auf und werden je nach Schmerzort als Narbenschmerz oder als Phantomschmerzen bezeichnet. Der Patient hat Schmerzen in einem Arm oder Bein, das gar nicht mehr existiert. Dies kommt durch eine Fehlverschaltung im Gehirn zustande. Diese Schmerzen sind besonders schwer zu behandeln, hier ist die Konsultation eines Schmerzmediziners empfehlenswert. Neben Medikamenten ist hier auch Spiegeltherapie wirksam.

Rückenschmerzen

Bei den meisten Rückenschmerzen handelt es sich um eine Kombination aus Gewebe- und Nervenschmerz. Schmerzexperten sprechen dann von „mixed pain“. Die Kenntnis der Schmerzanteile ist wichtig, da Nervenschmerzen anders als andere Schmerzen behandelt werden. Wichtig: Vor einer Operation sollten Sie sich eine zweite Meinung einholen.

Zentraler Nervenschmerz

Eine Sonderform ist der sogenannte zentrale neuropathische Schmerz. Hierbei kommt es zur Schädigung von Gehirnstrukturen, die an der Sinnesverarbeitung beteiligt sind. So etwas kann sich etwa Monate oder Jahre nach einem Schlaganfall, einer Hirnverletzung oder bei der Multiplen Sklerose (MS) entwickeln. Diese Schmerzen können sehr stark sein und sind meist sehr schwer zu behandeln. Meist ist eine stationäre multimodale Schmerztherapie notwendig.

Regionales Schmerzzentrum Kassel
Bergmannstraße 32
34121 Kassel
Telefon 0561 3086-5790
Telefax 0561 3086-2254
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